Cello with Love
Joy in Life 
France ist eine Diva.
Sie stammt aus Ravenna, kreiert von Franchi Celso (1968).
Ich habe eine schöne Erinnerung an Ravenna. Ich besuchte damals einen Freund auf meiner Interrail-Rundreise durch Europa. Er zeigte mir die Kapelle mit ihren Mosaiken und das Alltagsleben dort – zu Hause bei seiner Familie, in der Bar mit älteren Herren abhängen, freies Kino in der Altstadt. Bella Italia, der Sommer, das Leben!
Meine Vorbesitzerin spielte bei den Hofer Symphonikern und starb. Ihre Schwester, die Geige gespielt hat, behielt das Cello bei sich. Und sie starb auch. Als ich das Cello besichtigte, hatte der Mann, der es verkaufen wollte, kein Kolophonium, und sogar ein zweiter Bogen soll verloren gegangen sein. Er vermutet, dass seine Enkelkinder damit gespielt haben. Deshalb wusste ich nicht, wie es klingt – bis ich nach der langen Zugreise zu Hause in Berlin endlich ein Probeziehen machen konnte.
France – am Anfang dachte ich, es sei ein „Franchi“, so wie der Geigenbauer. Aber SIE – das war mir vom ersten Moment klar – ist sehr weiblich. Von ihrem Aussehen eher zurückhaltend, doch in ihr steckt eine Frau, die sehr bescheiden ist, aber eine Präsenz hat – ein Selbstvertrauen in sich selbst – und ist sehr angenehm. Sie flüstert, dass mein Finger am Griffbrett ein Millimeter daneben liegt, und probiere diesen Winkel. Dabei lächelt sie sanft. Ich bin bisher noch keinem Cello begegnet, das mich korrigiert. Sie tut es. Aber, wie gesagt, sehr angenehm.
Ich bin sehr froh, dass die beiden süßen Geschwister jetzt zusammen bei mir sind.

