Cello with Love
Joy in Life 
Doppel Andreas
Ca. 180 Jahre alt, vermutlich aus Böhmen.
Genau gesagt 1798 – es gibt keinen Zettel darin, aber irgendwann beim Spielen ist mir eine handgeschriebene Zahl unter dem Lack aufgefallen. Ob das stimmt?
Als ich das F-Loch auf dem Foto gesehen habe, war ich sofort in ihn verliebt. Wie ein Typograf eine neue Schrift entwickelt, hat jemand ein neues F-Loch erschaffen! In letzter Zeit zeichne ich Cello für meinen Comic und habe bisher nur kleine Unterschiede beim F-Dorn bemerkt (so nenne ich den kurzen, zackigen Querstrich des F) – mal groß, mal winzig klein. Aber dieses F-Loch ist einzigartig!
Das Cello stammt von einem Proficellisten – so hat er sich selbst genannt – von seinem Vater. Ein Professor, Solist, sagte der Geigenbauer, der dieses Cello damals für ihn restauriert hat.
Der Prof. Solist ist der Meinung:
Ideal für Bach und Kammermusik. Kein „Dvořák-Cello“!
Für Musikliebhaber, Spieler im Amateurorchester, Universitätsorchester, Schüler.
Tatsächlich hat es einen kleineren Korpus, etwa zwischen 7/8 und 3/4.
Mein allererstes Stück, nachdem ich das erste Cello gekauft hatte und beim ersten Ausprobieren meinen Fingern eingefallen ist, war Humoreske von Dvořák. Ich hatte die Melodie seit mehreren Jahren nicht mehr gehört, aber in diesem Moment war sie so selbstverständlich, dass ich ohne Noten und Fingersatzkenntnisse gleich alle Töne finden und spielen konnte. Das ist auch der Grund, warum ich Cello mag. Ich liebe das Stück!
Deshalb habe ich zunächst nicht verstanden, was der Prof. Solist mit Dvořák gemeint hat. Sowieso haben die meisten berühmten klassischen Komponisten irgendwann dramatische Stücke im Repertoire – ob aus ihrem Drang heraus oder wegen Marktanforderungen, vielleicht beides – und ich habe heute kaum noch Resonanz mit solchem Getöse.
Bach war für mich beim Klavierspielen als Kind eine Qual. Ich konnte dieses regelmäßige Notengetümmel nicht leiden. Und so verschob ich es bis heute, Bach auf dem Cello zu spielen, obwohl ich inzwischen den Wert seines Werks wirklich schätze. Diese feinen Räder in einer schweizerischen Uhr, die sich perfekt verzahnen, machen wirklich Spaß. Auch beim Cello kann man mit mehreren Leuten zusammen spielen.
Da ich Bach immer noch auf morgen schiebe, bin ich noch nicht so ganz mit ihm warm geworden. Aber was ich trotzdem sagen kann: Die Klangfarbe ist knusprig – ein feines Biskuit (Keks / Plätzchen) mit guter Butter und voll Kakao!
Warum es nun „Doppel Andreas“ heißt:
Weil das Cello tatsächlich etwas kleiner ist und in meinem Tragekasten voll klapperte, musste ich einen passenden Cellokasten finden. Den habe ich dann auch von dem anderen Profi bekommen. Ich kann mir leider eure Nachnamen nicht merken. Und wer weiß, wie viele Prof. Proficellisten auf der Welt Andreas heißen.
Ich bin sehr dankbar für Euer Geschenk!

